Du darfst nicht vergessen zu essen!

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Westafrikanischer Kürbis-Erdnuss-Eintopf mit Paprika und Seitan

Afrikanischer Paprika-Erdnuss-Eintopf

Je mehr dieser ethnischen Gerichte ich probiere, desto mehr wird mir klar, wie ähnlich sie sich überall auf der Welt sind: dieser Erdnusseintopf hat z.B. einiges gemeinsam mit einem Pörkölt aus Ungarn (bei uns als Gulasch bekannt, es gibt sogar ein schönes Rezept hier in unserem Blog) oder Chili con Carne (auch hier haben wir eine leckere vegetarische Rezeptvariante).

Meine Inspiration kam hauptsächlich von hier, wo ein sehr ähnliches Rezept mit Huhn vorgestellt wird. Ich habe dafür Seitan verwendet, aber eigentlich ist auch der optional, ich habe ihn auch schon sehr erfolgreich einfach weggelassen. Der Eintopf lebt eher von Kürbis, Paprika und Erdnüssen.

Zutaten

für 4 Portionen mit Beilage, zum Beispiel Reis

  • 2-3 EL Öl zum Braten
  • 500g Seitan-Teig, roh, in Streifen von ca. 2-3 cm geschnitten
  • Paprikaschoten, in ca. 3x3cm großen Würfeln/Stücken – Farbe egal, aber bei Trikolor-Schoten, also jeweils einer in rot, gelb und grün,  wird der Eintopf natürlich etwas bunter
  • Zwiebel, gewürfelt
  • 1 kleiner oder 1/2 großer Hokkaido-Kürbis, in ca. 3x3cm großen Würfeln
  • Knoblauchzehen, feingehackt oder aus der Knoblauchpresse
  • 100g Tomatenmark (halbe Tube)
  • ca. 1 L Wasser
  • 1 Dose (150g) geröstete gesalzene Erdnüsse, die Hälfte davon in Küchenmaschine oder Blitzhacker zu Erdnusmus oder -butter püriert (Geduld haben und der Maschine immer wieder nach einer Minute Arbeit eine längere Pause erlauben, damit sie nicht überhitzt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 TL bis EL Currypulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • etwas scharfe Soße oder Chiliflocken/Cayennepfeffer
  • ordentlich Salz
  • Pfeffer

Zubehör: 

  • Nichthaftende Pfanne – jaja, ich weiß, beschichtete Pfannen sind zweifelhaft – wer nicht damit leben kann: eine gut präparierte Gusseisenpfanne soll auch nichthaftend agieren, welbst wenn ich das selber noch nie himbekomme habe.
  • großer Topf, in dem dann alles zusammen gegart wird, nachdem es einzeln in der Pfanne angebraten wurde – so ähnlich mache ich auch meine Ratatouille; damit erhalten alle Zutaten ihre Röststoffe, die immer das beste am Essen für mich sind.

Zubereitung

  1. Zutaten nacheinander scharf anbraten, danach jeweils in dem gleichen großen Topf sammeln.
  2. Bratreihenfolge: Seitanwürfel, dann Paprika und Zwiebelwürfel, dann Kürbis und Knoblauch.
  3. Wenn nun alles im großen Topf ist, diesen auf die heiße Platte stellen, auf der vorher die Pfanne war, und das Tomatenmark dazugeben und anrösten.
  4. Mit Wasser aufgießen und Gewürze (Zimt, Curry, Kreuzkümmel, scharfe Soße, etwas Salz)Erdnussbutter und ganze Erdnüsse hineinrühren.
  5. Alles etwa 30 Minuten köcheln lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei mir muss immer überrasschend viel Salz dran. Wenn es erst nicht so richtig schmecken will, nochmal ordentlich mit Salz nachwürzen, das wirkt wunder.
  6. Einfach so als Eintopf servieren oder zu Reis.

Darwintag und Nudeldienstag: Kürbis (Hokkaido)-Mac’n’Cheese

Makkaroni mit Käse und Hokkaidokürbis

Kennt ihr das? Im Herbst gibt es immer die Hokkaido-Kürbisse super rotpreisig, äh, günstig, und man deckt sich erstmal mit einem ganzen Haufen ein, weil die sich ja so gut halten. Aber dann Mitte bis Ende des Winters weiß man nicht mehr so recht, was man damit machen soll. Kürbissuppe gab es bestimmt schon ein paarmal, und auch die gebratene Kürbisstücke mit Rapunzelsalat wollen nicht mehr so recht imponieren. (Unter uns: sie machen auch nicht so richtig satt.)
Kürzlich habe ich aber auf einem der Kochblogs, die ich verfolge, Paprika meets Kardamom, diese interessante Idee gesehen: Maccaroni & Käse, das uramamerikanische Rezept, dass wohl die meisten Amerikaner nurnoch aus dem Pappschächtelchen von Kraft kennen, aber diesmal selbstgemacht UND mit Kürbis! Das könnte passen, dachte ich mir. Ich zögerte noch, weil ich weiß, dass Nudelaufläufe meist nicht sehr fotogen sind. Aber es geht ja um den Geschmack. Trotzdem poste ich diesmal das erste mal ein mit Lightroom bearbeitetes Foto (sonst war ich immer zu faul und nahm Picasa), um die Appetitlichkeit des Auflaufs etwas zu unterstützen. Und irgendwann lerne ich ja vielleicht doch, Aufläufe appetitanregend zu stylen und beleuchten. Demnächst werde ich vielleicht doch mal die Aufsteckblitze und Reflektoren herausholen, statt mit meinem Superfix-Negerkussschachtel-Lightscoop-Nachbau zu hantieren (Ja, das ist mein Projekt auf Lifehacker! Ich bin berühmt!). Hoffentlich wird dabei das Essen nicht kalt!

Vor dem Rezept aber nochmal etwas anderes:  Heute ist Darwin-Tag! Wie jeden 12.2. – denn heute hat Charles Darwin Geburtstag. Übrigens am selben Tag und im selben Jahr (12.02.1809) wie Abraham Lincoln. Hier sieht man die beiden als Knaben. Ach, wenn sie sich doch nur gekannt hätten! Wahrscheinlich hätten sie sich gar nicht gemocht. Vielleicht kannten sie sich ja sogar und hassten sich!

Charles Darwin mit 7 Jahren. Gemälde von Ellen Sharples, Public Domain durch abgelaufenes Copyright. Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Charles_Darwin_1816.jpg

The Lincoln Boy

Abraham Lincoln als Knabe; Gemälde von Eastman Johnson; Public Domain durch abgelaufenes Copyright. Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Lincoln-as-a-boy-reading-at-night.jpeg

Zurück zu Charles und seinem Tag: Dieser soll nämlich Darwin, seinen Beitrag zur Naturwissenschaft und auch die Wissenschaft selber feiern. Vor einiger Zeit habe ich Darwins Briefe nach Hause von seiner Forschungsreise der Beagle als Hörbuch beim Putzen angehört. Ich wußte zwar, was man so über ihn weiß, aber ich war trotzdem überrascht, wie fortschrittlich er für seine Zeit gedacht hat. Trotz allem war er natürlich ein Kind seiner Zeit, und auch einige Vorurteile über andere Kulturen konnte man in seinen Briefen herauslesen. Aber seine Ansichten müssen trotzdem revolutionär gewesen sein in einer religiös geprägten Gesellschaft wie dem damaligen England. Seine wissenschaftliche Vorgehensweise fand ich auch vorbildlich (außer wenn er seltsamen Tieren von Hinten eins auf die Nuss gegeben hat, um ein Exemplar für die Wissenschaft zu opfern). Ich dachte immer, damals ging alles nur um Blutegel und andere dunkle Dinge, wenn von Wissenschaft geredet wurde.

Wer etwas besonderes zu diesem Gedenktag unternehmen möchte, um die Entdeckung der Evolution zu feiern – wie wäre es mit einem Spaziergang in die Natur? Ich schaue mir gerne die verschiedenen Enten- und Gänsearten bei uns am Moselufer an, die dort gemeinsam herumwatscheln, alle – etwas bis ganz schön – unterschiedlich aussehen aber doch sehr eng verwandt sind – Schwäne sind Gänsevögel, Nilgänse, Rostgänse, Blässgänse und Kanadagänse sowieso, und zusammen mit den Stockenten, Mandarinenten, Brautenten und Tafelenten gehören sie auch alle zusammen zu den Entenvögeln. Das sind alles Arten, die wir schon an einer Stelle getroffen haben.

Und jetzt zum Rezept!

Zutaten

für 5-6 Portionen

  • ca. 1 kg Hokkaido-Kürbis
  • 2 El Öl (ich nehme Sonnenblumenöl, aber andere empfehlen auch Olivenöl)500 g Nudeln: Makkaroni, Gabelspaghetti, oder „Gemelli“ (die nehme ich gerne, weil es sie bei Rewe und Hit auch von ja! in rotpreisig gibt – es sind kurze, sehr dünne Spiralen)

    Soße: (eigentlich eine Käse-Bechamel)
  • 2 EL Öl + 1 TL Butter
  • 2 EL Mehl, gehäuft
  • 2 EL mittelscharfer Senf
  • 500 ml Milch, eventuell gestreckt mit etwas Wasser, wenn einem das zu gehaltvoll ist oder sie dann nicht mehr für den Kaffee am nächsten Morgen reicht 😉
  • 100-200 g geriebenen Käse: Emmentaler (oder Gouda, ich habe gemischt, weil ich noch einen Rest Gouda hatte) – etwas vom Käse aufheben, um am Ende zum Überbacken über den Auflauf zu streuen

Zubereitung

  1. Hokkaido-Kürbis in Würfel schneiden (2-3 cm Kantenlänge) und mit 2 EL Öl und ordentlich Salz gemischt in eine flache Auflaufform (oder von mir aus auch ein Backblech, wer Bock auf viel Spülen hat 😉 – das erspare ich mir lieber).
  2. Bei 180°C Umluft insgesamt ca. 45 Minuten backen, bis die Kürbiswürfel weich sind und schön braune Stellen bekommen – etwa nach 20-25 Minuten mal durchrühren.
  3. Butter und Öl in einem kleinen Topf erhitzen und 2 gehäuft EL Mehl darin unter Rühren anrösten. Jetzt die Flüssigkeit (1/2L Milch) langsam unterrühren und aufpassen, das es nicht klumpt. Am Anfang kann das sehr schnell gehen – ich rühre deshalb direkt mit einem Schneebesen, damit ich eventuelle Klumpen direkt wieder zerschlagen kann.
  4. Jetzt den Senf (2 EL) und etwas Knoblauchpulver und Zucker einrühren und noch ein Stückchen weiterköcheln lassen, damit das Mehl seinen mehligen Geschmack verliert. Immer schön weiterrühren!
  5. Inzwischen die Nudeln kochen und abgießen und dann den Großteil des Käses reiben und in die Soße schmelzen.
  6. Derweil sollte der Kürbis weich sein, also los: ein Drittel der Kürbiswürfel mit Kartoffelstampfer oder Gabel in der Soße zerstampfen. Soße nun noch mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  7. Nudeln, übrige 2/3 der Kürbiswürfel (unzerstampft) und die Käsesoße in einer großen Auflaufform verrühren. Restlichen Käse drüberstreuen und bei 180°C Umluft 15 Minuten überbacken, bis der Käse etwas angebräunt ist.

Neue Pizzavariationen: Hokkaido-Kürbis und Brokkoli

Hach, hab ich lang nichts übers Essen gepostet – ich taste mich mal mit etwas Einfachem wieder heran: ein paar neue Variationen aufgemotzter Tiefkühlpizza. Manchmal braucht man auch mal was schnelles. Beide Versionen basieren auf gekaufter Pizza Margherita, die kurz vor Ende der Backzeit mit einem Spezialbelag veredelt wird.

Im Moment gibt es ja gerade wieder massenweise Hokkaido-Kürbisse günstig. Einfach in dünne Spalten schneiden, auf eine fast fertiggebackene Pizza legen und mit etwas Knoblauch bestreuen – ich habe pulverisierten genommen. Zuletzt noch etwas Öl aufträufeln oder aufpinseln und fertigbacken für etwa 5 bis 10 Minuten.

Und kürzlich war bei uns Brokkoli reduziert, da hab ich gleich zwei genommen und wusste dann nicht so recht wohin damit. Meine Flavor Bible schreibt, dass Zitrone und Knoblauch dazu passt. Aber auch Bacon. Hm, sowas haben wir nicht da, aber Räuchertofu!

Also fix den Brokkoli in ganz kleine Röschen geteilt und mit feingewürfeltem Knoblauch und Salz kurz angedünstet und mit Zitronensaft abgelöscht. Etwas Zucker würzt gut. Räuchertofu in kleine Würfel schneiden. Dann den angegarten Brokkoli und die Räuchertofuwürfel auf der fast fertiggebackenen Pizza verteilen und fertigbacken bis der Brokkoli knusprige braune Stellen hat. 10 Minuten vielleicht?

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