Du darfst nicht vergessen zu essen!

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Lauchsuppe mit Käse, Sahne und Schwarzbrotwürfeln

lauchsuppe
Hier auf dem Apfeleimer gibt es ja, bis auf den Lauchkuchen, noch nicht viele Rezepte mit Lauch. Lauch ist bei uns einfach nicht sonderlich beliebt. Auch Lauchcremesuppe ist nicht so unser Fall – irgendwie schmeckt sie, vor allem aufgewärmt, nach Wachstuch. Geht das noch jemandem so?
Jetzt habe ich mir aber ein Rezept für eine Lauchsuppe aus ein paar verschiedenen Quellen zusammengestellt, bei dem der Lauch nicht püriert wird, sondern streifig geschnitten bleibt. Aus irgendeinem Grund schmeckt er mir da direkt viel besser.
Als ich noch Fleisch gegessen habe, habe ich mal eine zugegebenermaßen leckere Lauchsuppe probiert, die wohl besonders als „Partysuppe“ sehr beliebt zu sein scheint, aber vegetarisch nicht so recht umzusetzen ist. Auch bei meinem alten Bekannten, dem Chefkoch (.de) finden man unzählige Versionen davon: die Lauchsuppe mit Schmelzkäse, Sahne und Hackfleisch. Schmelzkäse finde ich nicht so toll (die schmelzen doch eh nur die alten eingetrockneten Käsereste dafür ein, oder?) und Hackfleisch lässt sich hier nicht so gut mit Soja- oder Seitanhack ersetzen wie anderswo, da stimmt die Konsistenz nicht so recht.
Nach ein wenig überlegen und herumsuchen, hatte ich eine Idee – da so eine reine Gemüsesuppe uns nie sonderlich satt macht, gibt es immer Brot dazu. Diesmal habe ich statt Hackfleisch, das ja sicherlich hauptsächlich als sättigende Fetteinlage dient, durch kleingeschnittene Schwarzbrotwürfel ersetzt, großzügig in Fett angeröstet – dunkle Croutons quasi. Sie werden zum Servieren oben auf die Suppe gegeben.
Der Käse darf bleiben, aber nur als „echter“ Käse – alles außer Schmelzkäse ist erlaubt, aber ein würziger passt am besten. Auch die Sahne bleibt drin, sonst erkennt man das Rezept ja nicht mehr wieder – hier kann man entweder süße oder saure verwenden, oder auch Schmand, aber mir reicht dann auch ein halber Becher (100 g/ml).

Zutaten

für 4 Portionen

  • Öl zum Anschwitzen des Lauchs und noch etwas mehr für die Brotwürfel
  • 3 Stangen Lauch (750-1000 g)
  • 1-2 EL Gemüsebrühepulver oder -paste/getrocknetes Suppengemüse/beliebige andere Art, Gemüsegeschmack zu Wasser hinzuzufügen
  • 1-2 EL Mehl
  • 50g Käse, vorzugsweise ein würziger, z.B. ein reifer Weichkäse, Ziegenkäse, Feta, Camembert…
  • etwas Milch
  • halben Becher Sahne oder Schmand
  • 3-4 Scheiben dunkles Brot, z.B. Vollkorn, Pumpernickel etc, in kleine Würfel geschnitten (kann gerne auch altbackenes sein)
  • zum Würzen: Salz, etwas Zucker, Knoblauchpulver, Pfeffer

Zubereitung

  1. Lauch waschen, putzen und in Ringe schneiden. In Öl anschwitzen
  2. Mit Mehl bestäuben und unter Rühren mit Milch angießen. Suppengemüse bzw. Gemüsebrühpulver (oder Paste) und 1/2 Becher Sahne (100 ml) einrühren und mit Wasser aufgießen, bis die Konsistenz sämig, aber noch dünnflüssig ist – suppig eben.
  3. Einige Minuten köcheln lassen (8-10), währenddessen die Brotwürfel in einer Pfanne mit Öl knusprig anbraten und mit Salz, Knoblauchpulver, Zucker und Pfeffer würzen.
  4. Käse zerkleinern und in die Suppe einrühren. Wer Hart- oder Schnittkäse verwendet, kann auch einen Teil zurückbehalten und ihn beim Servieren über die Suppe reiben. Schmelzen lassen. Suppe noch mit Salz und Pfeffer nachwürzen und in tiefen Tellern, bestreut mit den gerösteten Brotwürfen, servieren.

Quittenlikör aus Schalen

Ein schneller Tipp, der vielleicht noch als Weihnachtsgeschenk taugt: Quittenlikör aus den abgeschälten Schalen, gefunden im Hummelstein-Blog.

Ein Foto meines Ansatzes reiche ich noch nach, ebenso in einigen Wochen vom fertigen Likör!

 Dazu schält man seine gut gewaschenen und abgerubbelten Quitten und wirft die Schalen, zusammen mit hochprozentigem Trinkalkohol (Doppelkorn mit ca. 38 Promille, ich probiere es momentan mit „Klarem“ mit 30 Promille und hoffe, es bleiben am Ende noch die für Likör vorgeschrieben mindestens 15 Promille) in ein großes Bügelglas oder ähnlichen fest verschließbaren Glasbehälter und lässt das ganze etwa vier Wochen an einer sonnigen Stelle stehen – bei mir neben dem Fensterbrett (fürs Fensterbrett selber ist mir das Glas etwas zu schwer). Später kocht man dann ein wenig Sirup aus Wasser und Zucker, den man in den gefilterten Quittenauszug rührt, das gibt dem Likör die noch fehlende Süße.
Das beste: aus den geschälten Quitten kann man dann noch beliebige Köstlichkeiten machen, ich habe meine am Stück mit Kerngehäuse weichgekocht, durch die flotte Lotte gesiebt und mit bis zu nochmal der gleichen Menge Zucker aufgekocht. Das ergibt ein säuerliches Mus, das durch das Pektin im Kerngehäuse geleeartig fest wird. Ich werde mit einem Teil davon Dominosteine füllen, den Rest habe ich noch eine Zeit (20-30 Minuten) weiter köcheln lassen, in eine rechteckige Form gegossen, festwerden lassen und als „Quittenbrot“ in Stücke geschnitten. Passt gut zu Käse. Man kann die Würfel auch in Zucker wälzen. Ist es das, was du auch unter Quittenbrot kennst, Lempel?

Zutaten

für 2 Flaschen (0,7 L) Likör zum Verschenken und ein kleines Fläschchen (0,25) zum Selbertrinken
  • Schalen von 6-7 großen normalen oder vielen kleinen japanischen Zierquitten
  • 2 Flaschen (0,7 L) Alkohol: Klarer (30 Promille) oder Doppelkorn (37,5 bis 38 Promille)
  • 190 g Zucker
  • 190 g Wasser

Zubereitung

  • Schalen einige Wochen, am besten 4, im Alkohol siehen lassen („mazerieren“).
  • Durch Kaffeefilter oder ähnliches feinmaschiges Sieb (Mullwindel geht sicher auch gut) absieben.
  • Zucker im Wasser auflösen und etwas köcheln lassen, bis ein Sirup entsteht, den dann zum abgeseihten Quittenalkoholauszug geben und verrühren.
  • In Flaschen füllen, beschriften, verschenken, Reste selber trinken. Am besten vor dem Trinken noch ein paar Tage sehen lassen.

Quittenmarmelade bzw Quittengelee

quittenmarmeladengelee

So, wie versprochen kommt hier schon endlich das nächste Rezept. Jahreszeitlich gerade noch so passend, denn bei uns liegen überall noch die kleinen japanische Zierquitten in den Büschen auf Höfen (bei uns an der Uni und am Supermarktparkplatz). Die kann man wunderbar für Gelee verwenden, auch wenn sie Zierquitten heißen, sind sie mehr als genießbar, sie schmecken sogar sehr gut. Ich selber habe auch noch ein paar größere italienische Quitten aus dem Sardinien-Herbsturlaub mitgebracht, die nochmal ein bisschen anders schmecken.
So sehen die hiesigen Zierquitten vom bodennahen Strauch aus (links, nur etwa so groß wie ein kleiner Pfirsich), und so wie rechts die sardinischen Quitten vom mannshohen Bäumchen (so groß wie eine richtig große Birne oder ein großer Apfel). Die sardinischen ähneln eher denen, die man auch gelegentlich bei uns im Laden kaufen kann.
deutsch-jap_zierquitte sardinische_quitten

Früher habe ich Quittenmarmelade mit geschälten und pürierten Quitten mit Gelierzucker gemacht, die auch ganz gut ankam. Mir selber aber war die Konsistenz etwas zu fest, und die Marmelade erinnerte auch durch das pürierte Fruchtfleisch irgendwie zu sehr an Apfelmus. Inzwischen fand ich dieses Rezept hier bei der Badischen Zeitung von einer schwäbischen alten Dame, einer pensionierten Apothekerin, und es gefällt mir viel besser!

Das Ergebnis ist nämlich ein köstliches, fast karamelliges, aber trotzdem fruchtiges Gelee mit ganz kleinen Stücken, und kommt meist ohne zusätzliches Geliermittel aus. Es genügt das in den Schalen und Kerngehäusen enthaltene fruchteigene Pektin, das man getrennt ausgekocht. Als Rückfallplan, falls die Gelierprobe nicht gelingt, würde ich aber trotzdem noch ein wenig Pektin oder handelsüblichen Gelierzucken bereithalten.

Zutaten

  • Quitten, soviel wie man mag oder findet
  • etwa genauso viel (gewichtsmäßig) Zucker, und vielleicht noch etwas mehr als Backup
  • für den Notfall: etwas Gelierzucker (ich verwende 2:1) oder Pektin (selbstgekocht aus unreifen Äpfeln, wie in Schritt 9 beschrieben, oder als Pulver aus dem Laden)
  • genügend Marmeladengläser mit Twist-Off-Deckel

Zubereitung

  1. Quitten gut waschen – am besten mit etwas Spülmittel, danach wieder gut abspülen, und dann eventuell noch mit heißem Wasser. Dann mit einem alten oder dunklen Geschirrtuch gut abrubbeln, bis die gräulich-klebrige Schicht größtenteils entfernt ist. Jetzt auch schon mal für die spätere Gelierprobe einen kleinen Teller ins Gefrierfach stellen.
  2. Quitten schälen und das Fruchtfleisch von den Kerngehäusen wegschneiden. Alles aufheben!
  3. Jetzt das Pektin zum Gelieren des Gelees gewinnen: Schalen und Kerngehäuse in einem Topf nur gerade so mit Wasser bedecken und etwa eine Stunde köcheln lassen. Wenn möglich, über Nacht nochmal ziehen lassen.
  4. Inzwischen das geschälte Fruchtfleisch der Quitten mit dem Messer in kleine Würfel hacken (0,5 bis 1 cm), oder vorsichtig in der Küchenmaschine nicht zu klein häckseln lassen.
  5. Die ausgekochten Schalen und Kerngehäuse mit ihrer Kochflüssigkeit jetzt durch ein Sieb abseihen, eventuell noch ein Weilchen abtropfen lassen. Das ist unser total natürliches Pektin, mit dem unser Gelee auf völlig ohne Zusätze geliert!
  6. Das dickflüssige Pektin zusammen mit den Fruchtfleischwürfeln abwiegen und nochmal die gleiche Menge (Gewicht, nicht Volumen) an Zucker hinzufügen.
  7. Jetzt alles zusammen – Zucker, Pektin und Fruchtwürfel – aufkochen und eine ganze Weile sprudelnd köcheln lassen, mindestens aber 3 Minuten, bis die Farbe schön golden-karamellisiert, fast orange geworden ist.
  8. Währenddessen die Marmeladengläser sterilisieren, entweder mit kochendem Wasser befüllen und kurz stehen lassen (auch die Deckel nicht vergessen!), oder das ganze in der Mikrowelle machen. Dafür die Gläser 1-2 cm hoch mit Wasser befüllen und 2-4 Minuten Wasser sprudelnd bei ca. 600 Watt (höchste Stufe) „kochen“. Das geht dann aber nicht für die Deckel – die übergieße ich weiterhin mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher.
  9. Wenn das Gelee ausreichend lang geköchelt hat, eine Gelierprobe machen: einen dicken Tropfen des Geless auf den eiskalten Teller geben, kurz abkühlen lassen und mit dem Finger prüfen, ob sich eine Haut gebildet hat, die auf Druck Risse bekommt. Dann ist das Gelee fest genug und kann abgefüllt werden. (Man könnte auch draufpusten oder den Teller schräghalten, um zu schauen, ob der Tropfen verläuft oder fest geworden ist und hängen bleibt.) Wenn die Gelierprobe nicht gelingt, also der Tropfen auf dem Teller nicht fest wird, reicht wohl das natürliche Pektin der Quitten nicht, und wir müssen nachhelfen: entweder mit einem kleinen bisschen handelsüblichen Gelierzuckers oder mit reinem Pektin. Ich hatte noch einen kleinen Becher von etwa 100g selbstgekochtem Pektin aus kleinen unreifen Äpfeln vom letzten Jahr übrig, das ich eingefroren hatte – hergestellt genau wie das Pektin aus den Quitten hier im Rezept, aber aus ganzen Äpfeln. Das reichte schon für etwa 3 Kilo Gesamtgeleegewicht. Man kann auch Pektin in Pulverform im Bioladen kaufen, davon einfach nach und nach etwas hinzufügen, aufkochen, und nochmal Gelierprobe machen, bis es hinhaut.
  10. Jetzt das heiße Wasser aus den Gläsern schütten und das Gelee einfüllen. Das geht am leichtesten mit einem Marmeladen-Einfülltrichter. Leider habe ich keinen (aber ich hoffe darauf, einen zum Geburtstag oder Weihnachten zu bekommen ;)) – hoffentlich liest meine Familie meine Wunschliste … Oder man benutzt eine Schöpfkelle, was aber nicht ganz so saubere Ergebnisse bringt – aber immer noch besser, als aus einem großen Topf einfach so zu schütten, das gibt zumindest bei mir ne Riesensauerei. Es ist in diesem Stadium auch gut, einen Helfer zu haben, der das Eingießen ins Glas übernimmt, und der andere macht die Gläser zu. Sonst wird inzwischen das Gelee kalt und ist nicht mehr so haltbar.
  11. Wenn ein Glas voll ist – wirklich bis zum Rand – den Rand mit einem sauberen feuchten Tuch abwischen, den Deckel fest draufdrehen und das Glas kopfüber hinstellen. So lange stehen lassen, bis der Deckel sich fest herangezogen hat (er also nicht mehr ploppt, wenn man draufdrückt). Dann kann man die Gläser wieder „auf die Füße“ drehen. Fertig, jetzt braucht man nur noch beschriften! Ich spare mir inzwischen Etiketten-Aufkleber und verwende einfach Papierstücke, die ich mit Klebestift befestige. Das geht dann auch bei Spülen der Gläser für nächstes Mal besser ab. Das nächste Mal versuche ich vielleicht sogar mal, super umweltfreundlich, Mehlkleister aus Mehl und Wasser angerührt.

Westafrikanischer Kürbis-Erdnuss-Eintopf mit Paprika und Seitan

Afrikanischer Paprika-Erdnuss-Eintopf

Je mehr dieser ethnischen Gerichte ich probiere, desto mehr wird mir klar, wie ähnlich sie sich überall auf der Welt sind: dieser Erdnusseintopf hat z.B. einiges gemeinsam mit einem Pörkölt aus Ungarn (bei uns als Gulasch bekannt, es gibt sogar ein schönes Rezept hier in unserem Blog) oder Chili con Carne (auch hier haben wir eine leckere vegetarische Rezeptvariante).

Meine Inspiration kam hauptsächlich von hier, wo ein sehr ähnliches Rezept mit Huhn vorgestellt wird. Ich habe dafür Seitan verwendet, aber eigentlich ist auch der optional, ich habe ihn auch schon sehr erfolgreich einfach weggelassen. Der Eintopf lebt eher von Kürbis, Paprika und Erdnüssen.

Zutaten

für 4 Portionen mit Beilage, zum Beispiel Reis

  • 2-3 EL Öl zum Braten
  • 500g Seitan-Teig, roh, in Streifen von ca. 2-3 cm geschnitten
  • Paprikaschoten, in ca. 3x3cm großen Würfeln/Stücken – Farbe egal, aber bei Trikolor-Schoten, also jeweils einer in rot, gelb und grün,  wird der Eintopf natürlich etwas bunter
  • Zwiebel, gewürfelt
  • 1 kleiner oder 1/2 großer Hokkaido-Kürbis, in ca. 3x3cm großen Würfeln
  • Knoblauchzehen, feingehackt oder aus der Knoblauchpresse
  • 100g Tomatenmark (halbe Tube)
  • ca. 1 L Wasser
  • 1 Dose (150g) geröstete gesalzene Erdnüsse, die Hälfte davon in Küchenmaschine oder Blitzhacker zu Erdnusmus oder -butter püriert (Geduld haben und der Maschine immer wieder nach einer Minute Arbeit eine längere Pause erlauben, damit sie nicht überhitzt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 TL bis EL Currypulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • etwas scharfe Soße oder Chiliflocken/Cayennepfeffer
  • ordentlich Salz
  • Pfeffer

Zubehör: 

  • Nichthaftende Pfanne – jaja, ich weiß, beschichtete Pfannen sind zweifelhaft – wer nicht damit leben kann: eine gut präparierte Gusseisenpfanne soll auch nichthaftend agieren, welbst wenn ich das selber noch nie himbekomme habe.
  • großer Topf, in dem dann alles zusammen gegart wird, nachdem es einzeln in der Pfanne angebraten wurde – so ähnlich mache ich auch meine Ratatouille; damit erhalten alle Zutaten ihre Röststoffe, die immer das beste am Essen für mich sind.

Zubereitung

  1. Zutaten nacheinander scharf anbraten, danach jeweils in dem gleichen großen Topf sammeln.
  2. Bratreihenfolge: Seitanwürfel, dann Paprika und Zwiebelwürfel, dann Kürbis und Knoblauch.
  3. Wenn nun alles im großen Topf ist, diesen auf die heiße Platte stellen, auf der vorher die Pfanne war, und das Tomatenmark dazugeben und anrösten.
  4. Mit Wasser aufgießen und Gewürze (Zimt, Curry, Kreuzkümmel, scharfe Soße, etwas Salz)Erdnussbutter und ganze Erdnüsse hineinrühren.
  5. Alles etwa 30 Minuten köcheln lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei mir muss immer überrasschend viel Salz dran. Wenn es erst nicht so richtig schmecken will, nochmal ordentlich mit Salz nachwürzen, das wirkt wunder.
  6. Einfach so als Eintopf servieren oder zu Reis.

Karamellisierter Fenchel mit Käsecreme

fenchel
Fenchel gibt es ja öfter mal – beim einen in der Gemüsekiste, beim anderen im Super-Rotpreis-Sonderangebot – und meist weiß man nicht so recht, was man damit machen soll. Er ist halt doch recht speziell. Und jedes Mal auf nepalesisch machen hängt einem auch irgendwann zum Hals raus.
Aber seitdem der Apfel zu Weihnachten Yotam Ottolenghis vegetarisches Kochbuch „Genussvoll vegetarisch“ bekommen hat, ist das bei uns zumindest anders, und heute lasse ich endlich auch mal meine Leser daran teilhaben: das Geheimnis ist der karamellisierte Fenchel mit Feta-Quark!
Obwohl Yotam (ich nenne ihn schon beim Vornamen, so lieb sind mir seine Ideen geworden) normalerweise abgefahrene Zutaten meidet, verlangt er in diesem Rezept einen Ziegenquark als Beilage. Gibt es bei uns noch nichtmal im Hitmarkt, und das ist so das exotischste, was es hier in 3 Kilometer-Umkreis gibt. Ok, stattdessen bietet er noch Ziegenfrischkäse als Alternative an. Der wiederum enthält überraschend oft Gelatine, das kommt für uns also nicht in Frage.  Also musste ich mir mal wieder meine eigenen Gedanken machen, aber das mache ich ja eigentlich auch ganz gern. Heraus kam meine einzigartige Feta-Quark-Creme, aus – genau – einem Teil Fetakäse und ein bis zwei Teilen ganz gewöhnlichem Quark. Schmeckt super, wenn auch sicher ganz anders als Ziegenquark.

Zutaten

  • 2-3 große Knollen Fenchel
  • 40 g Butter
  • 3-4 EL Öl
  • 2 EL Zucker
  • Salz und Pfeffer
Käsecreme:
  • 100g Fetakäse (das ist in etwa eine halbe Packung)
  • 250g Quark (Magerquark oder mit Sahne, wie man mag, wir haben beides schon gemacht)
  • optional: 1 gepresste oder gehackte Knoblauchzehe
  • feingehacktes Grün des Fenchels

Zubereitung

  1. Fenchel waschen, trockentupfen und die „Finger“ und eine dünne Scheibe vom Wurzelansatz (die trockene braune Stelle ganz unten) abschneiden. Das Grün aufheben und zum Dekorieren und als Kraut für die Würzung der Käsecreme aufheben.
  2. Fenchel längs in Scheiben von ca. 1 cm Dicke schneiden.
  3. Die Butter zusammen mit dem Öl in einer großen Pfanne erhitzen, bis beides schäumt, dann einige Scheiben Fenchel hineinlegen – nicht zu viele auf einmal, sonst kühlt es zu schnell ab und wird nicht richtig braun. 3 Minuten braten, wenden und nochmal 2 Minuten bräunen.
  4. Danach die Fenchelscheiben wieder aus der Pfanne nehmen und stattdessen den Zucker zusammen mit Salz und Pfeffer hineingeben.
  5. Zuckermischung für eine halbe bis ganze Minute erhitzen, den Fenchel wieder hineinlegen und  ca. 2 Minuten pro Seite karamellisieren.
  6. Für die Creme den Fetakäse mit dem Quark pürieren (oder Käse zerbröseln und mit dem Löffelm mit Quark verrühren, wird etwas gröber). Nach Geschmack den Knoblauch und fein gehacktes Fenchelgrün einrühren, bei Bedarf noch etwas nachwürzen mit etwas Säure, z.B. Zitronensaft.
  7. Dazu passt Reis oder Weißbrot.

Shakshuka

shakshuka

Shakshuka, Shakshouka, Schakschuka, Chakchouka, alles Namen für das gleiche Gericht – es stammt aus Nordafrika und besteht hauptsächlich aus einer Tomatensoße mit verschiedenen Gemüsen (fast immer ist Paprika dabei), in der mehrere Eier ganz und ohne Schale gegart werden. Gewürzt wird es scharf und fast immer mit Kreuzkümmel, manchmal auch noch mit Zimt. Man isst es, dort wo es herkommt, als Frühstück oder zum Brunch, aber wir mögen es auch als Abendessen oder Mittagessen.

Inzwischen ist es wohl in Isreal sehr beliebt, habe ich herausgefunden. Es finden sich in verschiedenen Kochbüchern und in Kochblogs wirklich unglaublich viele Variationen, so daß man sich manchmal fragen muss, ob das noch das gleiche Gericht ist. Das erste mal ist mir Shaskshuka in „Vegetarisch“ vom GU-Verlag begegnet – daraus habe ich es dann auch mal gekocht und wir fanden es beide ziemlich gut – in dieser Version enthielt es Erbsen, die der Apfel noch von den Nudelsoßen seiner Kindheit kennt. Wir erinnerten uns auch später nochmal daran und hätten es gerne nachgekocht, ich fand aber nur noch ein Foto davon auf meiner Festplatte, und das auch noch ohne Namen und weder mit Angabe des Kochbuches noch mit Zutaten, wie ich es sonst meistens ablege. Nach Blättern in einigen weiteren Kochbüchern fand ich es schließlich nochmal ganz anders – vor allem ohne Erbsen! – in Yotam Ottolenghis „Genussvoll vegetarisch“ (im Original ist der Name schöner: „Plenty“). Am Ende habe ich mich entschieden, eine Kombination der verschiedenen Rezepte zu bauen, mit allem, was mir an ihnen gut gefällt. Heraus kam das folgende Rezept, und das fertige Gericht war dann auch sehr gut – daher präsentiere ich es gern hier! Die Erbsen sind übrigens in meiner Version dringeblieben.

Noch ein Tipp von David Lebovitz: man kann die Soße auch einfach in größeren Mengen einfrieren und kann sie dann jederzeit aufwärmen und ein paar Eier hineingleiten lassen. Nettes „Fertiggericht“.

Zutaten

für 4 Portionen
  • Öl zum Anbraten
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1-2 Zwiebeln, fein gehackt (ich habe 1,5 genommen)
  • 4-5 Knoblauchzehen, feingehackt
  • 1 Paprikaschote (rot), klein gewürfelt
  • 2 kleine oder 1 große Dose Tomaten mit Saft (Tomaten würfeln)
  • 1 EL Zucker
  • Salz
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 1/2 TL Paprikapulver edelsüß
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Thymianzweige, die abgezupften Nadeln
  • scharfe Soße oder Cayennepfeffer
  • 250g gefrorene Erbsen
  • 4 Eier
  • Petersilie zum Dekorieren

Zubereitung

  1. Kreuzkümmel in heißem Öl anrösten, dann Zwiebeln dazu und weiterbraten bis sie goldbraun sind.
  2. Paprikawürfel und Knoblauch dazugeben und 5 Minuten weiterbraten.
  3. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und mit Zucker, Paprika, Zimt, Salz würzen. Thymiannadeln und Lorbeerblatt hineingeben und 10-20 Minuten köcheln lassen.
  4. Erbsen dazugeben und weitere 5-10 Minuten weiterköcheln. Lorbeerblatt herausnehmen. Scharfe Soße oder Cayennepfeffer dazugeben bis zur gewünschten Schärfe und eventuell nachwürzen (Salz).
  5. Jetzt nacheinander mit einem Löffel vier kleine Mulden in die Oberfläche drücken und in jede ein Ei gleiten lassen. Paprika und Salz drüberstäuben und den Deckel draufsetzen. 8-12 Minuten bei niedriger Temperatur stocken lassen.
  6. Jetzt für jeden Soße und ein Ei auf einen Teller geben, mit Petersilie bestreuen und Brot dazu servieren.

Vegetarische Cevapcici aus Seitan

cevapcici

Schon vor einer Weile habe ich diese vegetarischen Cevapcici, die es bei uns zu Mangold-Kartoffeln gibt, schon mal angeteasert. Dank meines treuen Lesers Herrn A. Ö. wurde ich dann kürzlich wieder daran erinnert, dass ich das Rezept ja noch gar nicht gepostet habe (ohoh, das is nun auch schon einige Monate her). Aber nun passt es ja auch noch gerade jahreszeitlich so gut rein – denn als insgesamt rundum balkan-inspiriertes Gericht ist es ja schon fast wie Urlaub, es – am besten auf dem Balkon (haha) – zu genießen.

Cevapcici sind ja ursprünglich eine Art Würstchen aus gewürztem Hackfleisch, das ich hier durch Seitan und ein paar Beigaben (Haferflocken, etwas Mehl, Ei) ersetze. Ich denke aber, man kann auch Sojahack verwenden, dieses extrudierte leichte Granulat (dann natürlich vorher in etwas Gemüsebrühe einweichen) oder auch das gekühlte aus Tofu. Ich habe auch schon das Ei durch Kichererbsenmehl plus mehr Flüssigkeit ersetzt, oder auch statt 2 Eier 3 Eiweiß genommen, die bei uns immer nach dem Eismachen übrig sind. Das ganze ist leider überhaupt eine sehr ungenaue Angelegenheit, da ja jede Zutat auch immer etwas schwankt in der Konsistenz und im Flüssigkeitsgehalt. Wenn das erste Cevacici in der Pfanne nicht zusammenhält, sollte man etwas mehr Mehl einkneten, aber nicht übertreiben, sonst wird es zu dicht. Die Cevapcici haben übrigens ein bis zwei Tage später aufgewärmt (oder kalt zum Salat) fast noch besser geschmeckt.

Zum Seitanhack: ich mache hier einen Teig aus Glutenmehl, gewürzt mit Salz oder Gemüsebrühpulver, Knoblauchpulver und Paprikapulver, die Flüssigkeit, die ich dann hineinknete – Menge nach Gefühl, bis ein elastischer Teig entseht – besteht dann aus Öl, etwas Zitronensaft, scharfer Soße, eventuell etwas Sojasoße. Der Teig wird dann im Dämpfeinsatz über siedendem Wasser gedämpft (halbe Stunde sollte reichen) oder ich habe ihn auch schon in der Mikrowelle gut abgedeckt in einer Schüssel, bedeckt mit Sojasoße, gedämpft, das geht schneller. 10 Minuten, einmal wenden, nochmal 10 Minuten auf höchster Stufe. Das wird zwar an ein paar wenigen Stellen vielleicht etwas hart und trocken, macht aber bei Hack nichts, finde ich, denn … nun wird alles in der Küchenmaschine kleingehackt. Spätestens bei der Verarbeitung zu Cevapcici werden dann die wenigen trockenen Stückchen noch weich.

Zutaten

  • 300g Seitanhack oder es geht sicher auch Soja-Hack (aus Tofu oder mit Brühe aufgegossenes Granulat)
  • (gewürzt mit Knoblauch und Paprika in Pukverform, direkt in den Teig gemischt; aber nicht unbedingt nötig, da man die Gewürze ja ins Hack mischen kann)
  • 1 Zwiebel
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll Petersilie, kleingehackt
  • 1 Handvoll Hafeflocken
  • 1 Handvoll Mehl
  • 2 Eier, etwas Kicherbsenmehl oder 2-3 Eiweiß
  • ein paar EL Öl (Hack braucht fett, Seitan ist für meinen Geschmack allein zu mager und wird zu trocken)
  • 1 TL bis EL Paprika edelsüß
  • etwas scharfe Soße oder Chili oder Paprika rosenscharf
  • Salz, 1 TL Zucker
  • genug Wasser, um die Masse formbar zu machen

Zubereitung

  1. Alle Zutaten zusammenkneten und sehr fest zu Würsten formen. Wie lang die Würste werden sollen, entscheidet man am besten danach, welche Küche man nachmachen will – in der Türkei und Bosnien-Herzegowina sind sie nur 5 cm lang, und in Serbien eher 10 cm, wie Wikipedia mich belehrt. (Was ist mit Kroatien? Da bekommt man sie auch, kann ich bezeugen, und ich glaube sie sind da auch eher 10 cm lang.)
  2. Zuerst nur einen zum Testen scharf anbraten. Wenn der erste beim Braten auseinanderfällt, muss man bei den nächsten noch etwas mehr Mehl einkneten und beim Formen noch fester zusammendrücken!
  3. Dazu passt Duvec-Reis (dazu habe ich noch kein Rezept, aber das kommt sicher auch noch, dann trage ich den Link hier nach) oder Blitva, die kroatische Mangold-Kartoffeln.

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