Du darfst nicht vergessen zu essen!

cevapcici

Schon vor einer Weile habe ich diese vegetarischen Cevapcici, die es bei uns zu Mangold-Kartoffeln gibt, schon mal angeteasert. Dank meines treuen Lesers Herrn A. Ö. wurde ich dann kürzlich wieder daran erinnert, dass ich das Rezept ja noch gar nicht gepostet habe (ohoh, das is nun auch schon einige Monate her). Aber nun passt es ja auch noch gerade jahreszeitlich so gut rein – denn als insgesamt rundum balkan-inspiriertes Gericht ist es ja schon fast wie Urlaub, es – am besten auf dem Balkon (haha) – zu genießen.

Cevapcici sind ja ursprünglich eine Art Würstchen aus gewürztem Hackfleisch, das ich hier durch Seitan und ein paar Beigaben (Haferflocken, etwas Mehl, Ei) ersetze. Ich denke aber, man kann auch Sojahack verwenden, dieses extrudierte leichte Granulat (dann natürlich vorher in etwas Gemüsebrühe einweichen) oder auch das gekühlte aus Tofu. Ich habe auch schon das Ei durch Kichererbsenmehl plus mehr Flüssigkeit ersetzt, oder auch statt 2 Eier 3 Eiweiß genommen, die bei uns immer nach dem Eismachen übrig sind. Das ganze ist leider überhaupt eine sehr ungenaue Angelegenheit, da ja jede Zutat auch immer etwas schwankt in der Konsistenz und im Flüssigkeitsgehalt. Wenn das erste Cevacici in der Pfanne nicht zusammenhält, sollte man etwas mehr Mehl einkneten, aber nicht übertreiben, sonst wird es zu dicht. Die Cevapcici haben übrigens ein bis zwei Tage später aufgewärmt (oder kalt zum Salat) fast noch besser geschmeckt.

Zum Seitanhack: ich mache hier einen Teig aus Glutenmehl, gewürzt mit Salz oder Gemüsebrühpulver, Knoblauchpulver und Paprikapulver, die Flüssigkeit, die ich dann hineinknete – Menge nach Gefühl, bis ein elastischer Teig entseht – besteht dann aus Öl, etwas Zitronensaft, scharfer Soße, eventuell etwas Sojasoße. Der Teig wird dann im Dämpfeinsatz über siedendem Wasser gedämpft (halbe Stunde sollte reichen) oder ich habe ihn auch schon in der Mikrowelle gut abgedeckt in einer Schüssel, bedeckt mit Sojasoße, gedämpft, das geht schneller. 10 Minuten, einmal wenden, nochmal 10 Minuten auf höchster Stufe. Das wird zwar an ein paar wenigen Stellen vielleicht etwas hart und trocken, macht aber bei Hack nichts, finde ich, denn … nun wird alles in der Küchenmaschine kleingehackt. Spätestens bei der Verarbeitung zu Cevapcici werden dann die wenigen trockenen Stückchen noch weich.

Zutaten

  • 300g Seitanhack oder es geht sicher auch Soja-Hack (aus Tofu oder mit Brühe aufgegossenes Granulat)
  • (gewürzt mit Knoblauch und Paprika in Pukverform, direkt in den Teig gemischt; aber nicht unbedingt nötig, da man die Gewürze ja ins Hack mischen kann)
  • 1 Zwiebel
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll Petersilie, kleingehackt
  • 1 Handvoll Hafeflocken
  • 1 Handvoll Mehl
  • 2 Eier, etwas Kicherbsenmehl oder 2-3 Eiweiß
  • ein paar EL Öl (Hack braucht fett, Seitan ist für meinen Geschmack allein zu mager und wird zu trocken)
  • 1 TL bis EL Paprika edelsüß
  • etwas scharfe Soße oder Chili oder Paprika rosenscharf
  • Salz, 1 TL Zucker
  • genug Wasser, um die Masse formbar zu machen

Zubereitung

  1. Alle Zutaten zusammenkneten und sehr fest zu Würsten formen. Wie lang die Würste werden sollen, entscheidet man am besten danach, welche Küche man nachmachen will – in der Türkei und Bosnien-Herzegowina sind sie nur 5 cm lang, und in Serbien eher 10 cm, wie Wikipedia mich belehrt. (Was ist mit Kroatien? Da bekommt man sie auch, kann ich bezeugen, und ich glaube sie sind da auch eher 10 cm lang.)
  2. Zuerst nur einen zum Testen scharf anbraten. Wenn der erste beim Braten auseinanderfällt, muss man bei den nächsten noch etwas mehr Mehl einkneten und beim Formen noch fester zusammendrücken!
  3. Dazu passt Duvec-Reis (dazu habe ich noch kein Rezept, aber das kommt sicher auch noch, dann trage ich den Link hier nach) oder Blitva, die kroatische Mangold-Kartoffeln.

Kommentare zu: "Vegetarische Cevapcici aus Seitan" (3)

  1. aoe Rotpreis! schrieb:

    Das klingt superlecker und dieser Herr A. Ö. scheint ja voll den Durchblick zu haben!

  2. bp@nsa schrieb:

    Das klingt zwar wirklich gut, aber aus sicherer Quelle weiß ich, dass der Herr A.Ö. praktisch nur Kochrezepte mit maximal zwei Zutaten benutzt, so dass sein kulinarisches Urteil mit Vorsicht zu genießen ist.

  3. […] Ich googelte ob da jemand vielleicht auf eine ähnliche Idee gekommen ist, fand dabei u.a. diese Seite die ich als Grundlage her nahm. Seitan hatte ich ja noch vom selbst produzierten, den drehte ich […]

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