Du darfst nicht vergessen zu essen!

Archiv für Juni, 2012

2 Miniprojekte: Eistee mit Sirup und scharfe Soße

Eigentlich würden ja die Überschrift und die beiden Bilder reichen, um zu wissen was zu tun ist. Aber ich mag kleine Geschichten und zur Sicherheit schreibe ich auch nochmal genauer, wie ich es gemacht habe; denn bei der Soße gibt es auch ein paar Gefahren, vor denen gewarnt werden muss.

Eistee mit Sirup

Kürzlich hatte ich eine Probeflasche eines Eistees mit Fruchtgeschmack. Normalerweise trinke ich den ja sehr selten, da er gar nicht wirklich nach Tee schmeckt und so supersüß ist (ausser beim Dreckwegtag, wer sich noch erinnert, da war welcher im Lunchpaket). Dieser war aber eigentlich gar nicht übel, schmeckte sogar ganz leicht nach Tee und Fruchtsaft und war nicht so süß, sondern so, wie man den auch selbst süßen würde. Aha! Da hatte ich eine Inspiration: warum nicht auch Eistee mit den neuen selbstgebrauten Sirupen aromatisieren? Gesagt getan, und es schmeckt sehr erfrischend, und nur so süß wie man mag. Und wenn man grünen Tee nimmt, kann man sogar zweimal Eistee machen!

Ich habe einfach auf 1 Liter Wasser einen Teebeutel genommen (sollte wie der gekaufte Testeistee nicht so stark nach Tee schmecken – man kann auch mehr nehmen). Ich hatte grünen Tee mit Jasmin und habe ihn vielleicht 5 Minuten ziehen lassen, in eine große Bügelflasche umgefüllt, Sirup dazugegossen (ich habe Holunderblütensirup genommen) und dann zum Abkühlen hingestellt. Dann in den Kühlschrank, ist ja klar. Fertig. Den Teebeutel habe ich nochmal benutzt, weil grüner Tee, den zweiten Aufguss habe ich dann aber länger ziehen lassen.

Scharfe Soße

Immer wenn ich mal Chilis kaufe, sind das viel zu viele, geht das noch einem so? Oder manchmal bekommt man auch von einem verweifelten Chili-Balkongärtner viele überzählige Schoten fast schon aufgedrängt; die scheinen eine ebenso reiche Ernte zu geben wie Zucchini. Jedenfalls habe ich kürzlich angefangen, diese vielen Chilischoten zu Soße einzukochen. Die ist nicht nur haltbarer, sondern viel einfacher zu verwenden. Statt jedesmal die Gummihandschuhe anzuziehen und die Chilis zu schneiden, dann das Brett mehrmals spülen, bis es keine Schärfe mehr an das nächste Schnittgut abgibt – oder sogar die Handschuhe vergessen und sich in den Augen reiben, aua, – kann man das ganze nur einmal machen und danach einfach jedesmal ein paar Tropfen aus der Flasche ins Essen giessen.

Ich habe dazu nur Essig und Salz verwendet, genau wie Mark Bittman das auch macht. Ich habe die Chilischoten gewaschen und die grünen Stiele entfernt, dann in einen Topf geworfen und mit Essig bedeckt. Dann ordentlich Salz hinzugeworfen (vielleicht 1 Esslöffel) und das ganze 5 Minuten aufgekocht. Mark Bittman ist ein kluger Mann und ich hätte auf ihn hören sollen, aber das wusste ich da noch nicht: auf keinen Fall die Dämpfe einatmen. Hustenanfälle sind garantiert. Fenster aufmachen ist auch eine gute Idee. Danach habe ich das ganze im Topf mit meinem Pürierstab zur Soße püriert und in eine Flasche gefüllt. Im Kühlschrank aufbewahren.

Das nächste Mal probiere ich es aber mal wie Bittman, der alles in den Blender füllt (ich nehme den hohen Rührbecher vom Pürierstab); denn das Pürieren hat bei mir ordentlich gespritzt, da der Topf nicht sehr voll war. Scharfe, heiße, ätzend saure Spritzer sind nicht angenehm. (Übrigens funktioniert das bei Pürierstäben aus Metall bestimmt besser, mein Plastikaufsatz hat jedenfalls jetzt einen leichten roten Hauch, der beim Spülen erstmal noch nicht weggegangen ist.

Meine Chilis kamen übrigens aus dem Gefrierfach, da hatte ich sie bestimmt über ein Jahr lang zwischengelagert. Das geht also auch.

Möhrensalat mit Vogelmiere und Milch-Nix-Verkomme-Lasse-Tipp

Auf diesem Brot ist ein leckerer Möhrensalat (grobes Rezept folgt ganz unten) mit meiner neuesten Wildkräuterentdeckung: Vogelmiere. Ist einfach neben dem Mangold in meinem Balkonkasten aufgegangen. Die meisten Gartenbesitzer betrachten die Vogelmiere wohl als Unkraut, weil sie so stark wuchert und richtige Teppiche bildet. Aber sie ist sehr vitaminreich, grünt praktischerweise das ganze Jahr und schmeckt auch nicht schlecht. Also wieso nicht mal kulinarische Unkrautbekämpfung.

Ich war erst nicht sicher, was ich da vor mir habe, aber insgeheim habe ich schon auf etwas essbares gehofft, ich liebe ja essbare Überraschungen. Nach einem Blick in ein Pflanzenidentifikationsbuch war die Vogelmiere in der engeren Auswahl, aber erst eine super bebilderte Beschreibung ihrerer „Alleinstellungsmerkmale“ (zB die einzelne Reihe Härchen am Stiel, die Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können und der „Hühnerdarm„, der stehenbleibt, wenn man die Stängel abreißt) auf dem Blog „Rapunzelgarten“ hat mich überzeugt. Die Miere schmeckt leicht nach Mais. 

Nix-Verkomme-Lasse-Tipp:

Wer zuviel Milch gekauft hat und diese auch noch im Tetrapack ist, kann versuchen, sie einzufrieren. Wir haben das schon oft gemacht, und sie kommt aufgetaut immer ganz normal raus, ohne auszuflocken, wie man vielleicht vermuten würde.

Unten sieht man unsere gefrorende Rotpreismilch; wenn es diese Milch mit Rotpreis gibt, kaufen wir immer gleich mehrere und frieren die ein, bevor sie alle ablaufen.

Rezept für den Möhrensalat:

Zutaten

  • ca. 500g Karotten, grob gerieben
  • 1 TL Senf
  • 2 EL Essig
  • 4 EL Öl
  • 4 EL Joghurt
  • Salz nach Geschmack
  • 1 EL Zucker
  • 2 Zehen feingehackter Knoblauch
  • 1 fein gewürfelte Zwiebel
  • 1 Handvoll Vogelmiere, fein gehackt

Zubereitung

  1. Dressing aus allen Zutaten ausser den Möhren zusammenrühren, dann Möhrenraspel untermischen.
  2. Noch besser schmeckt es, wenn man den Salat ein wenig ziehen lässt, ein paar Stunden oder sogar über Nacht.

Nasse Beute

Der Spaziergang im Regen hat sich gelohnt: so war niemand draußen, der uns diese leckeren frischgepflückten Kirschen streitig machen konnte!

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Abendpicknick

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Picknick zu Mittsommer und Welthumanistentag

Schönen Mittsommer und Welthumanistentag allerseits!

Genau, denn heute und jedes Jahr am 21. Juni ist Mittsommer – ein Feiertag, der mal nicht von irgendjemandem erfunden wurde, sondern schon seit Hundertausenden von Jahren existiert und auf beweisbaren Himmelskörperbewegungen basiert: der längste Tag des Jahres, zumindest auf der Nordhalbkugel. Die meisten kennen ihn vielleicht von IKEA, und es stimmt, dass er in Schweden ausgiebiger gefeiert wird, die haben wohl einfach sonst im Vergleich so wenig Sonne. Man nennt ihn auch Sommersonnenwende, was ja gerne auch mal von Neonazis instrumentalisiert wird, um irgendwelche komischen Feste zu feiern; ich finde, von denen sollte man sich den Tag nicht wegnehmen lassen!

Es ist nämlich ein schöner humanistischer Feiertag, endlich mal ohne Religionsbasis (es gibt auch noch die Wintersonnenwende, aka das Vorbild für Weihnachten, die Frühlings-Äquinox zu Ostern, und die Herbstäquinox – die beiden Tag-und-Nacht-Gleichen), für alle quasi!

Deshalb ist sicher auch heute Welthumanistentag. Humanismus als wissenschaftliche und trotzdem ethische Weltanschauung (die auch für Trennung von Staat und Kirchen eintritt) finde ich eine ausgezeichnete Sache. Mehr Infos zum Welthumanistentag hier beim humanistischen Pressedienst – und zum Humanismus selbst hier auf Englisch. Wikipedia hat sicher auch was dazu, aber das findet jeder selbst, oder?

Wir jedenfalls feiern das heute – zum ersten Mal -, und zwar mit einem abendlichen Picknick, um die lange Helligkeit auszunutzen. Das Picknick ist einer der Vorschläge von der internationalen humanistischen ethischen Vereinigung (IHEU), wie man den Tag feiern kann. Es gibt eine vegetarische Gemüsesuppe mit Hülsenfrüchten, Pilzen und Nudeln, die ich in meiner Kochkiste (aka dem Schrank mit den Gästekissen- und bettdecken) gegart habe und in unseren Thermossuppenbehältern mitnehmen werden. Die wollte ich schon lange mal wieder benutzen. Meiner ist der orangene und ruft Kindheitserinnerungen hervor: damit haben wir früher Eis für alle aus der Eisdiele nach Hause transportiert. Dazu vielleicht Holunderlimonade aus Sirup?

Ein interessantes Fundstück übrigens dieser Artikel über nachhaltiges Naseputzen (Papier vs. Stofftaschentücher) bei Utopia. Ich benutze ja fast nur noch den Riesenstapel von Stofftaschentüchern, die ich von meiner Oma geerbt habe. Auch für unterwegs gut geeignet, denn ich habe so viele, dass ich in jeder Handtasche und jeder Jacken- und Hosentasche eins habe, für den Fall der Fälle. Selbst statt Wattepads zum Gesichtsreinigen sind sie brauchbar.

Da der Apfel sich aber noch nicht so recht von Stofftaschentüchern hat überzeugen lassen, haben wir auch noch eine Pappkiste von Recyclingtaschentüchern vom dm (und HUNDERTE angefangene Plastikpäckchen in ALLEN seinen Taschen, ufff! Alle noch von früher).

Waldmeistersirup

Kürzlich habe ich mich am Waldmeistersirup versucht, als Basis habe ich dieses Rezept vom Chefkoch genommen, aber natürlich wie immer ein wenig geändert; nachdem mindestens einer der Kommentatoren Probleme mit schimmelnden Zitronenscheiben hatte beim mehrtägigen Ziehenlassen des Sirups, habe ich mich entschlossen, lieber auf Nummer sicher zu gehen und stattdessen Industriesch…, äh Zitronensäure zu nehmen. Ein weiterer Kommantator hat das auch erfolgreich so gemacht und auch gleich die passende Menge für 3L Wasser (40g) angegeben, die ich dann nur noch auf 2L umrechnen musste.

Man kann im Frühling übrigens auch Waldmeister im Blumentöpfchen im Supermarkt kaufen, falls man selber keinen sammeln kann. Da kommt auch meiner her. Ich hab jetzt noch die abgegraste Pflanze und sie hat lauter kleine Ausläufer, ich wette man könnte die auch in den Garten oder auf den Balkon pflanzen, um dann jedes Jahr dort zu ernten. Waldmeister ist auf jedenfall mehrjährig.

Übrigens: wenn man etwas mehr Waldmeister hat, kann man ihn auch trocknen oder einfrieren und dann im Sommer, Herbst oder Winter, wenn einem der Sirup ausgegangen ist, neuen nachkochen! Ich hab mal welchen eingefroren.

So sieht er übrigens aus; Vorbereitung zum Anwelken lassen

Wie man vielleicht ganz oben sieht, wird der Sirup gar nicht grün. Das gehört so, die Götterspeise ist anscheinend eine riesengroße bunte Kinderlüge (wann vergibt hier Foodwatch mal den goldenen Windbeutel?). Zum Abfüllen empfehle ich deshalb grüne Glasflaschen (zum Beispiel vom Zitronensaft), um ein bisschen das grüne Feeling aus dem künstlichen Waldmeistersirup und der Götterspeise aus dem Laden, wie man aus der Kindheit kennt, herüberzuretten, ohne den Sirup mit Lebensmittelfarbe zu verunstalten, wie einige Chefkoch-Nachkocher es gemacht haben. Das ist nicht nur irgendwie komisch, sondern sieht auf den Bildern auch gar nicht schön grün wie das Vorbild, sondern  eher bläulich abstoßend aus, finde ich.

Zutaten

  • 2 Liter Wasser
  • 1300 g Zucker
  • 27g Zitronensäure (oder 4 unbehandelte Zitronen, diese dann vor der Verarbeitung mit heißem Wasser abwaschen und trockenreiben, dann in Scheiben schneiden)
  • 1 Bund Waldmeister von ca 30g oder 15-20 Stengel – die oberen drei bis vier Blattetagen von noch nicht blühenden Planzen, 1-2 Tage angewelkt: das typische Aroma entsteht erst beim Trocknen

Zubereitung

  1. Zucker und Wasser zusammen aufkochen und abkühlen lassen.
  2. Wenn der Sirup abgekühlt ist, Zitronensäure darin auflösen (oder Zitronenscheiben und …) den angewelkten Waldmeister hineingeben.
  3. Zugedeckt 5 Tage im Kühlschrank stehen und ziehen lassen.
  4. Dann mit einem Sieb abseihen oder die Waldmeisterblätter so rausfischen, zB mit einem Schaumlöffel.
  5. Den abgesiebten Sirup nochmal aufkochen zum Entkeimen, der Haltbarkeit wegen. (Ich habe, fällt mir ein, sogar testweise den Waldmeister erst nach dem zweiten Aufkochen herausgefischt, um jeden Tropfen Geschmack rauszukriegen; hat ganz gut geklappt, der Sirup schmeckt durch das mitgekochten Kraut jedenfalls nicht komisch.)
  6. Während der Sirup aufkocht, schonmal die Flaschen vorbereiten: gründlich mit Spülmittel waschen und dann mit kochendem Wasser füllen (ich benutze Wasserkocher und Trichter, aber vorsichtig!). Deckel nicht vergessen, die übergieße ich auch nochmal mit kochendem Wasser und lasse sie damit gefüllt etwas stehen.
  7. Das heiße Wasser vorsichtig aus den vorbereiteten Flaschen gießen und stattdessen den heißen Sirup einfüllen.

 

Tipp: die „Gute Schokolade“

Die gute Schokolade.

Kürzlich entdeckt, gibt es bis jetzt nur in ausgewählten Läden … und bei dm (vielleicht noch tegut, würde passen). Ein Projekt von einer Klasse von Schulkindern. Fairtrade und CO2-neutral, aber nicht bio (bei der Auswahl der Schokolade fürs Projekt schmeckte den Kindern das Angebot an Bioschokoladen nicht, daher nahmen sie eine konventionelle).

Preis ist in etwa wie die bekannten Markenschokoladen, die den ganzen Gewinn für sich einstreichen und (womöglich) Kinder den Kakao pflücken lassen: 1 Euro. Akzeptabel also. (Andererseits, die Bioschokolade von Alnatura die im Regal daneben liegt ist ebenfalls Fairtrade und kostet ein paar Cent weniger; geschmacklich finde ich sie, wohl im Gegensatz zu den Kindern, auch voll ok.)

Wie sie schmeckt? Dazu eine kleine Anekdote zu Kindern und Zucker: meine Nichte bekam mit 4 oder 5 Jahren ein Glas Kabafit (oder ähnliches süßes Milchgetränk) zubereitet. Nach dem ersten Schluck strahlte sie übers ganze Gesicht und sagte: „mhhhhhh, süüüüüß!“

Passend dazu die gute Schokolade: man könnte meinen, Kinder hätten die entwickelt. Also zieeeemlich süß, wenn auch nicht schlecht. Ähnlich wie bei Milka (oder Nutella) ist für den guten Schmelz heimlich Haselnuss eingerührt worden (naja, in der Zutatenliste findet man es, so heimlich also auch wieder nicht) – das passt nicht jedem. Ich zum Beispiel habe Haselnussallergie, aber so geröstet, wie die Nuss hier zu sein scheint, geht es für mich. Außerdem Emulgatoren aus Soja und Aroma, auch das passt nicht jedem – mir auch nicht so ganz, denn es scheint ja auch ohne zu gehen (siehe die oben erwähnte Bioschokolade), oder zumindest können einige Hersteller es besser verstecken auf der Zutatenliste.

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